NeuLand Köln

Gemeinschaftsgarten im Kölner Süden

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Willkommen in der Vergangenheit – Wir glühen für die Zukunft

Für die einen war es ein Trip in die Vergangenheit, für die anderen war es absolutes NeuLand. 30 Gemeinschaftsgärtnerinnen und -gärtner waren am Reinhautag damit beschäftigt, am Bauzaun entlang der Koblenzer Straße „Land zu gewinnen“. Weiße Folie auslegen, mit der Schubkarre roten Sand fahren und verteilen. Wie früher. Und die Neuen? Wann kann man in der Stadt schon einmal ein Stück Boden für sich reklamieren? Für wie lange auch immer.

Mit Glühwein, Marshmallows und Stockbrot über offenem Feuer sowie Kürbissuppen, die allesamt „ratzifatzi“ aufgegessen waren, strebte das Gartenglühen seinem Höhepunkt entgegen. Das Lagerfeuerkonzert bei gitarristenunfreundlichen Temperaturen war außergwöhnlich. Pike machte den „Opener“ mit seiner NeuLand-Ballade, die wir im nächsten Jahr auf jeden Fall in die Top Ten hieven. Und wir melden ihn bei „Voice of Germany“ an. Karl Scott gab als Top-Act ein Hutkonzert. Dazu nur soviel: Hut ab.

Favela Verde – unser Partnerprojekt in Rio de Janeiro

Vergangenen Samstag bekam NeuLand Besuch aus Brasilien – Dinei Medina, Mitgründer des Stadtentwicklungsprojekts Favela Verde (Grüne Favela) ließ sich von Gartenkoordinator Dirk Kerstan im NeuLand-Garten Ideen für Gemüseanbau auf engstem Raum zeigen. Dinei zeigte uns dafür, wie mit ausrangierten Milchtüten Wellblech isoliert und mit Wasserflaschen Wände begrünt werden können.

Kennengelernt hatten wir uns am Vortag im Rathaus, wo beide Organisationen bei der Veranstaltung „Rio plus 20 – Nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro und Köln“ vor rund 100 Gästen ihre Arbeit präsentieren durften. Die Partnerschaft ist vereinbart – wir sind schon gespannt, was daraus wächst!

Ihr Jünger Reckins und van Diems, gehet hin in alle Länder und verstreut das Schwarzgold des Angebeteten

Terra Preta – die unerklärlich unglaublich fruchtbare Erde aus dem Amazonas-Becken. Terra Preta – das schwarze Gold der Indios. So mystisch wie geheimnisvoll, so oft besungen wie verklärt. Und jetzt auch in Bayenthal. Edouard van Diem aus Hamburg zeigte 24 Gemeinschaftsgärtnern und -gärtnerinnen aus Köln, Essen, Osnabrück, Wuppertal, Bonn, dem Bergischen Land und von der Alanus-Hochschule  bei einem Wochenend-Workshop im NeuLand, wie man dieses Schwarzgold ganz ohne Amazonas produziert. Nach einem öffentlichen Vortrag, in dem er unter anderem die beeindruckenden Forschungsergebnisse von Dr. Jürgen Reckin auf dem Gebiet der Schwarzgoldalchemie würdigte, erlebte der Workshop seinen spirituellen Höhepunkt. Im kleinen Konferenzsaal des Herz-Jesu-Heims – ausgerechnet! – wurden die Workshopper ohne Ausnahme  zu Jüngern Reckins. Aus einer Flasche füllte Edouard eine Flüssigkeit mit effizienten Mikro-Organismen aus dem Labor des Angebeteten in Marmeladengläser, die alle Jünger mit ehrfürchtig gesenkem Blick bereit hielten. Anschließend zeigte uns Eduoard, wie man gehäckselte Zweige, Sägemehl, Küchenabfälle, gemahlene Holzkohle, effiziente Mikro-Organismen und  den mindestens so effizienten Urin eines verdienten Vereinsmitglieds mischt. Wichtig!! Wanderer, kommst Du nach NeuLand: Suche die Miete nicht. Ihr Mythos sucht Dich und wird Dir ein Zeichen geben. (Wenn das wider Erwarten nicht geschieht: Die Miete befindet sich unter der schäbigen grauen Plane an der Stelle, an der im Sommer das weiße Zelt stand.) Aber damit da keine Missverständisse aufkommen: 5 bis 10  Zentimeter Terra Preta aufs Beet, und Euer Zeug wächst wie Hulle!!!

Workshopbericht Terra Preta mit Edouard van Diem, 17./18.11.12
Workshopbericht Terra Preta
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Et hätt noch immer jot jejange

Ganz kurz: Die Jungs vom ADAC haben den Stapler mit der Winde ihres Abschleppwagens in Richtung Alteburger Straße aus dem Garten gezogen. Die schon behobenen Schäden auf unseren Wegen hielten sich in engen Grenzen. Das lag natürlich in erster Linie daran, dass wir überall mindestens zehn Zentimeter Tennisplatzsand aufgetragen haben. Alles gut gegangen. Der Stapler ist wieder auf dem Bolder-Gelände. Danke nochmal für die Paletten. Und nichts für ungut; Herr Verwalter!

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„Schad dröm“ – ein Nachmittag mit chancenlosem Gemüse

NeuLänderin Katja über den Aktionsnachmittag gegen Lebensmittelverschwendung auf dem Hürther Gertrudenhof

Auf einem Tisch im Hof: Unförmige Gurken und Kürbisse, zu große und zu kleine Kartoffeln und Kohlköpfe, die keine Chance haben in den Supermarkt zu gelangen. Trotz ihrer Form und Größe landen sie jedoch nicht im Abfall, sondern werden günstiger oder extra deklariert verkauft, wie uns Bauer Peter Zens versicherte.

Dann begann die Führung über den Hof, aufs Feld, ins Kartoffelhaus – aussortierte Kartoffeln dienen noch als Schaffutter – und zu den Tomaten, deren Restbestände wir ernten und mitnehmen durften.

Führungen dieser Art um Kinder und Erwachsene an die Problematik der Lebensmittelverschwendung heranzuführen und auch mögliche Alternativen aufzuzeigen, gibt es häufig auf dem Gertrudenhof. Öffentlichkeitsarbeit wird groß geschrieben.

Leider jedoch ist das Gemüse, das hier produziert wird, keine Bio-Ware. Trotz dem sehr guten Ansatz der Lebensmittelverwertung wird auch hier gedüngt. Schade, wie einige Besucher fanden.

Zu erwähnen bleibt die leckere Kürbissuppe für alle Teilnehmer nach dem Rundgang!

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Eure Fragen in Sachen BUGA-Bewerbung

Die NeuLänder Alex Follmann und Judith Levold vertreten NeuLand am Mittwoch beim dritten Treffen des BUGA-Beirats, zu dem die Stadt einige Initiativen und Verbände eingeladen hat, die mit dem Gelände am Großmarkt, mit Natur, Bürgerpartizipation zu tun haben. Es könnte das letzte Treffen des Gremiums werden, denn die Stadt Köln wird wohl ihre BUGA-Bewerbung zurückziehen, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet.

Wie geht es jetzt weiter – in Sachen BUGA und mit dem gesamten Areal zwischen Südstadion und Rheinufer, mit dem Großmarkt und der Dombrauerei-Brache, auf der NeuLand entstanden ist? Wer soll nun darüber entscheiden, wie breit der künftige Grüngürtel wird, der dort entsteht – die Investoren, die dort bauen wollen, die Stadt, die Land verkaufen möchte, die Bürger? Und: Wieviel Geld hat die BUGA-Bewerbung bislang verschlungen?

Solche Fragen wollen wir am Mittwoch in Sachen BUGA stellen. Fallen Euch noch weitere Fragen ein?

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