NeuLand Köln

Gemeinschaftsgarten im Kölner Süden

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Starten statt warten! Jetzt geht’s los! Und zwar sowas von…

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„Vom Eise befreit sind Bäche und Flüsse. Frühling lässt sein blaues Band…“ Ist ja gut. Wir hören ja schon auf. Statt dessen fangen wir an. Vorziehen lautet die Devise. Und wir müssen uns ein wenig beeilen, denn wie eigentlich immer hat uns die warme Jahreszeit kalt erwischt. Kommt und macht mit. Samstag, 21. März, geht es um 14 Uhr los. Und im Gewächshaus ist es richtig muckelig. Am Sonntag beginnt um 12 Uhr die erste Gartenführung, um 15 Uhr die zweite. Alle sind eingeladen. Besonders die, die Lust haben, in der kommenden Saison Verantwortung für Beete zu übernehmen. Pro Kiste beträgt die Beteiligung an den Kosten 2 Euro pro Monat. Darin enthalten sind Wasser, Strom, Geräte und das Saatgut. Und: Die Kiste. Wir seh’n uns.

Dann eben Mailand: Unser Film ist weltausstellungsweit einmalig

International, in Cinemascope, informativ: Garten findest Stad!

International, in Cinemascope, informativ: Garten findest Stad!

Wir hatten ja mal von Hollywood geträumt, als wir begannen, unseren Film über uns selbst zu drehen. Das war natürlich nicht ernst gemeint. Was passierte, als der Film fertig war, hätten wir nie zu träumen gewagt. Wir wurden tatsächlich gefragt, ob Teile des Streifens im deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Mailand gezeigt werden dürfen. Und Fotos vom Garten auf Stellwänden. Na, da wollten wir natürlich nicht so sein. Wenn man dem Land helfen kann, bei unseren Freunden im sonnigen Süden auch mal ein bisschen „bella figura“ zu machen. Und hier ist er nun, in Cinemascope, in Farbe, informativ und im Internet: Unser Film: NeuLand – Garten findet Stadt. (Und vorher noch mal alle schnell aufs Klo!!!)

Gartenführungen für Interessent/Innen zum Mitgärtnern

Gartenführungen für InteressentInnen zum Mitgärtnern

Gartenführungen für InteressentInnen zum Mitgärtnern

Dieses Jahr kannst du bei NeuLand erstmalig auch in eigenen Beeten mitgärtnern! Das funktioniert so: Du übernimmst Verantwortung für eine „Beetinsel“ von vier bis sechs Pflanzkisten. Davon kannst du die Hälfte selbst bepflanzen und abernten (Individualbeete). Die andere Hälfte pflegst du für die Allgemeinheit – so dass alle etwas davon haben (Allmendebeete). Nutzungsgebühr pro Individualbeet: 24,-/Jahr – du trägst damit zu den laufenden Kosten des Gemeinschaftsgartens bei.

Warum ein neues Konzept?

Immer wieder haben uns interessierte BesucherInnen in den vergangenen Jahren nach der Möglichkeit gefragt, ein eigenes kleines Beet zu haben. Wir haben nun eine gute Lösung gefunden, diesem Wunsch Rechnung zu tragen und zugleich den gemeinschaftlichen Allmende-Gedanken zu stärken. Wir freuen uns, dass unsere Gemeinschaft bereits merklich wächst – allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda sind seit Anfang März 30 NeugärtnerInnen hinzugekommen! Zudem läuft Ende Juni unsere Förderung durch den Kölner Klimakreis aus. Ab dann müssen wir mindestens 3.200 Euro im Jahr selbst erwirtschaften, also die laufenden Kosten für Wasser, Strom, Saatgut, Versicherungen und unsere Aval-Bürgschaft für den Fall des Garten-Umzugs decken.

Führungen

Das neue Allmende/Indivual-Konzept erklären wir bei Gartenführungen für Interessenten/-innen am Sonntag, 22. März, um 12 Uhr und 15 Uhr. Jeweils im Anschluss kannst du dir eine Beetinsel aussuchen. Dazu gibt’s Kaffee, Kuchen und Focaccia im Gartencafé.
ACHTUNG: Für alle NeugärtnerInnen gibt es dann am Samstag, 28.3., 15 Uhr, eine ausführliche Einführung ins Gärtnern bei NeuLand: wie der NeuLand-Pflanzplan funktioniert, wie ökologisch gepflanzt, gemulcht, gedüngt, gegossen wird, wo du Geräte und Saatgut findest, wie Gemeinschaftsarbeit und das Forum organisiert sind,…

Tütenspender für Jointanwender

Tüten satt im Spender. Können jetzt genutzt werden.

Tüten satt im Spender. Können jetzt genutzt werden.

Es geht wieder los. Die Saison ist eröffnet. Natürlich, wir sind auf NeuLand, mit Interviews, die diesmal Lisa und Alex einem jungen Journalisten-Trio ungeklärter Herkunft gegeben haben. Danach haben die beiden mit Philipp, Birgit und Judith NeuLand aufgeräumt und unter anderem einen Haufen mit Zitrusschalen am Eingang Koblenzer Straße entdeckt. Schalen von Bio-Obst. Wir waren ebenso ratlos wie später in der Jurte. Die war zugemüllt von den Gästen, die unseren Garten regelmäßig nach Einbruch der Dunkelheit besuchen und im Glashaus Krümel zweifelhafter Herkunft in Papier drehen. Für die Jungs haben wir einen Tütenspender installiert. Von wegen der Sauberkeit. Wir hatten aber auch tagsüber Besuch. Von hoffentlich in jeder Hinsicht unzweifelhafter Herkunft. Der Landtags-Untersuchungsausschuss, der sich mit der politischen Aufarbeitung der BLB-Skandale beschäftigt, hat sich vor Ort auch in Gesprächen mit uns über die Flächen informiert. Pssst! Bleibt unter uns jetzt: Wir hatten den Eindruck, dass die auf jeden Fall noch ein paar Mal wiederkommen müssen. Von wegen weiterer Informationen.

100.000 Euro für urbane Gärtner und Können vor Lachen ohne Ende

Jetzt können sie schon wieder was. Wir können es kaum glauben.

Jetzt können sie schon wieder was. Wir können es kaum glauben.

Hach, jetzt können sie auch noch Urban Gardening. Oder spricht in dieser SPD-Jubelmeldung nur der Genosse Trend, der überall ganz ohne Zutun der Parteispitze gemeinschaftliche Gärten wachsen ließ? 100.000 Euro von der Landesregierung für urbanes Bürgergrün im Land! Dazu der Kölner SPD-Chef Jochen Ott: “Wir müssen jetzt diese Gelegenheit nutzen, die erfolgreichen Projekte Kölns zu unterstützen und weiterzuentwickeln.“ Huch, sind damit auch wir gemeint? Nach vier Jahren erfolgreicher Totalignoranz ein Umdenken an höchichlichster Sozi-Stelle? Kaum auszudenken. Nun ja, in anderen Städten wurden vor Jahren Stabsstellen in der Verwaltung eingerichtet, um Flächen zu suchen und Gärten einzurichten. Bei uns soll die Verwaltung jetzt erstmal ein Konzept erstellen. Gut Ding will keine Eile. Und überhaupt steht eins für alle Zeiten fest:. Rückstände solcher Art haben wir in 2000 Jahren Stadtgeschichte noch jedes Mal in einen Vorsprung umgewandelt: Denn alles, was bei uns passierte, war weltweit in Köln schon sowieso einmalig. Auch zehn Jahre nach den Städten ringsherum.

NeuLand 2014 – Die Bilder eines Jahres

Klausurtreffen im Autonomen Zentrum.

Klausurtreffen im Autonomen Zentrum.

Januar: Bei der Klausur im Autonomen Zentrum haben wir uns auf Leitlinien für die Eröffnung der Gastronomie geeinigt. Wir haben während des Sommers an den Wochenenden regelmäßig unser Gartencafé geöffnet. Kontakt zur autonomen Szene hatten wir beim Klausurtreffen auch. Einige Aktivisten baten uns um ein paar Löffel Rote-Beete-Suppe. Man habe es gerade nicht so dicke. Die Revolution frisst ihre Kinder zwar nicht mehr, lässt sie aber offensichtlich hungern. Darüber hinaus haben wir am Ende des Monats jede Menge Müll entsorgt.

Die Soko findet das Tatwerkzeug. Den Täter leider nicht.

Die Soko findet das Tatwerkzeug. Den Täter leider nicht.

Februar: Übel mitgespielt wurde uns im Februar. Feuerwehr und die Schmier im NeuLand. Grund: Brandstiftung in unserem Büro-Container. Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Leider haben wir den Arsch nicht erwischt, der gezündelt hat. Der Rat hat auf uns gehört und fast wortwörtlich im April entschieden, was wir im Februar formuliert haben. Das Justizzentrum bleibt, wo es ist. An Fastelovend haben wir jecke Ledcher jesunge, und unser neuer Gönner Herr Kerp hat uns seinen Keller zur „Plünderung“ freigegeben. Jetzt erkannt man die NeuLänder an den gelben Gummistiefeln mit Stahlkappe, die wir dort im doppelten Dutzend abgegriffen haben. Wie man Gemüse einlegt, haben wir von dem Fermentierungs-Papst Harald gelernt.

Alles Banane. Und Erdbeeren, Brötchen, Tomaten... Food Sharing im NeuLand.

Alles Banane. Und Erdbeeren, Brötchen, Tomaten… Food Sharing im NeuLand.

März: Die Session ist vorbei, die Saison ist eröffnet: Wir haben Kaffee getrunken, neue Kisten gebaut, Sonnencreme vergessen, alte Kisten repariert, Kuchen gegessen, Weidenruten geholt, auf den Bänken gesessen, Beete vorbereitet und uns klar gemacht, dass wir jetzt mit Hochdruck säen, pflanzen und vorziehen müssen. Und unser Foodsharing-Schrank platzte aus allen Nähten.

Regelrechte Wassermassen liefen uns im Mund zusammen.

Regelrechte Wassermassen liefen uns im Mund zusammen.

April: Hier mal das Rezept für die Original-NeuLand-Pizza: Für den Teig: 250 g Mehl, 2 EL Olivenöl, 1 Eigelb, Salz und 100 ml Wasser mit Knethaken und danach mit Händen zu Teig verkneten. Den zu einer Kugel formen, von außen mit etwas Olivenöl bestreichen, in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten bei Zimmertemperatur in Ruhe lassen. Backofen auf 240 Grad Ober/Unterhitze. Teigkugel halbieren und jede Halbkugel auf Backpapier ausrollen. Für den Belag: zwei Kugeln Mozzarella in dünne Scheiben schneiden, Parmesan grob raspeln, Salbeiblätter in grobe Stücke zupfen. Creme fraiche auf die Pizzafladen streichen, Käse und Salbei darauf verteilen. Pfeffern. 12 bis 14 Minuten in den Ofen.

Erkenntnisgewinne am Pavianfelsen.

Erkenntnisgewinne am Pavianfelsen.

Mai: Klimatag im Kölner Zoo. NeuLand beteiligte sich mit einer spektakulären Aktion. Gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern haben wir zwei Kisten gebaut und mit Erde befüllt. Die sind zu sehen in dem bergischen Bauernhof links vom Eingang. Wir übernehmen die Konfliktlösungsstrategien der Paviane. Vielleicht. Einen beeindruckten und beeindruckenden Gast begrüßten wir mit Jens Mittelstein Scheid, Stifter der Anstiftung & Ertomis. Der sucht Finanzierungskonzepte für Gemeinschaftsgärten. Wir auch. Bei unserem Frühlingsfest riss die Schlange am Pizza-Ofen nicht ab. Super Musik, super Stimmung! Unser Backhaus steht unter Volldampf.

NeuLand, Außenstelle Chlodwigplatz.

NeuLand, Außenstelle Chlodwigplatz.

Juni: Nacht muss sein, wenn NeuLands Banner strahlen. Jetzt auch auf dem Chlodwigplatz. Das Hühnerprojekt wurde auf vielfachen Wunsch eines einzelnen NeuLänders auf unbestimmt vertagt. Wir haben alle Pflanzen und Tiere im NeuLand gezählt. Lustige Anekdote von unserem Besuch des Permakultur-Gartens der essbaren Stadt Andernach: „Die Rinder, die wir hier haben, sind daran gewöhnt, das ganze Jahr im Freien zu leben“, erzählte die Gärtnerin, die uns über das Gelände führte: „Deren Unterstand haben wir nur gebaut, damit nicht ständig Leute bei uns anrufen, die sich Sorgen machen, weil die Tiere keinen Unterstand haben.“

Ton ab, Kamera läuft, jetzt bloß nicht die Klappe halten.

Ton ab, Kamera läuft, jetzt bloß nicht die Klappe halten.

Juli: Sowas hat die Welt noch nicht gesehen. Wir auch nicht. Der aid-Nachrichtendienst hat angefragt, ob wir über uns einen Film drehen möchten. Na klar. Gezeigt haben wir den Streifen bei der Orga-Runde vor Weihnachten. Wie fast immer reagierten die NeuLänder reserviert und frei nach Berliner Schnauze: „Nich jeschimpft is jenuch jelobt“. Ansonsten kann es sein, dass der Film in 2015 als Vorfilm in einem Kölner Kino läuft. Titel: „NeuLand – hier findet Garten Stadt“.

Die Lehmbauer machen die Welle.

Die Lehmbauer machen die Welle.

August: Die Mitglieder des Vereins BildungBauen haben bei uns mit dem Bau eines Lehmhauses begonnen. Sie üben für Nicaragua. Dort wollen sie aus Wellerlehm ein Schulgebäude errichten. Wir haben die ersten Äpfel im NeuLand geerntet, weitere 700 Quadratmeter Rollrasen verlegt und an an dem bundesweiten Gemeinschafts-Gärtner-Sommercamp in Nürnberg teilgenommen.

Überdacht musizierten unsere Freunde vom Catalina Club beim Sommerfest

Überdacht musizierten unsere Freunde vom Catalina Club beim Sommerfest

September: Wie es sich anfühlt, wenn es Hunde und Katzen regnet, wissen wir seit unserem Sommerfest. Unser NeuLand-Kumpel Petrus gärtnert bis auf weiteres nur noch auf Bewährung. Wir haben unsere Bildungsmodule für Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse vorgestellt und erfahren, wie man superleckere Chutneys herstellt. Freiwillige der Firma Wefers haben uns eine geile Terrasse gebaut.

Zieh nochmal dran.

Zieh nochmal dran.

Oktober: Wir haben an der Koblenzer Straße gerodet wie Baumfrevler. Tat uns weh, Auflage vom BLB. Der Food-Assembly-Markt ist am Start. Im Winter holt man die Lebensmittel in Wilfrieds Schreinerei ab. Richtfest im Lehmhaus.

Eritrea goes NeuLand: Urban international gardening.

Eritrea goes NeuLand: Urban international gardening.

November: Vor kurzem sind Flüchtlinge aus Eritrea in das Hotel Mado an der Moselstraße eingezogen. Einige von ihnen ihnen haben uns besucht. Im nächsten Jahr gärtnern wir gemeinsam. Das Lehmhaus ist fertig. Party. Die Drehabeiten für unseren Film sind abgeschlossen. Jetzt wird geschnitten.

Von der Bonner Straße bis zum Justizzentrum reicht das Sanierungsgebiet.

Von der Bonner Straße bis zum Justizzentrum reicht das Sanierungsgebiet.

Dezember: Das Bürgernetzwerk Südliche Innenstadterweiterung hat ein Positionspapier verfasst. Unser Garten war mitentscheidend beteiligt und kommt natürlich auch vor in dem Forderungskatalog. Indirekt. Büsie fordert ausdrücklich Gemeinschaftsgärten in den Wohnbereichen des neuen Veedels, das auf 115 Hektar nach Abriss des Großmarktes und Umgebung entstehen soll. Die Verlängerung des Inneren Grüngürtels soll als Landschaftsschutzgebiet rechtsverbindlich festgelegt werden. Gemeinschaftsgärten können aber, so Büsie, auch im Übergang zwischen Wohngebieten und Grüngürtel möglich sein. Dort könnte NeuLand eine dauerhafte Bleibe finden.

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