NeuLand Köln

Gemeinschaftsgarten im Kölner Süden

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Workshop: Alte Obstsorten neu entdecken

Am Montag, 7.10.2013, Abfahrt 13.00h (ab Neuland) fahren wir nach Mechernich zu einer Streuobstwiese mit z.T. sehr alten und seltenen Obstarten.Dort wollen wir ernten und uns informieren.Udo Zerfowski, vom „Obstwiesenverein Renette“, wird über das naturnahe Pflegen und Bewirtschaften von Streuobstwiesen informieren. Er klärt uns über die verschiedenen Sorten, Schnitt und Pflege sowie über die Verwertung der Früchte auf und warum Steuobstwiesen wichtig für bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind. Der deutsche Obstbau verliert seine genetische Vielfalt und damit einen wichtigen Teil der sogenannten Agrobiodiversität sowie die Chance, sich auf Grundlage einer breiten genetischen Basis auf künftige Herausforderungen, wie den Klimawandel, einzustellen. Moderne Sorten brauchen einen vergleichsweise massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Ursachen für das Verschwinden alter Obstsorten sind vielfältig: Im Handel gibt es mittlerweile nur noch wenige einheitliche, transportfähige und damit marktfähige Sorten. Hinzu kommt die vermehrte Anlage intensiv genutzter Niederstammplantagen. Mit dem Verlust alter Obstsorten geht ein Verlust von Streuobstwiesen einher. Mittlerweile ist der „Lebensraum Streuobstwiese“ in der „Roten Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Biotoptypen“ aufgeführt. Alte Obstsorten und Streuobstwiesen sind ein wichtiger Teil von regionaler Kultur und Identität. Die Sortenvielfalt und Streuobstwiesen sind Kulturgüter, die über Jahrhunderte entstanden sind. Das spiegelt sich vor allem in vielen regionalen Rezepten wider. NeuLand-Ansprechpartnerin: Petra Hoffmann. Anmeldung unter info@neuland-koeln.de erforderlich (wir bilden Fahrgemeinschaften). Hinweis: Am Montag 14.10., 17 Uhr, verarbeiten wir die geernteten Äpfel im Apfel-Einmach-Workshop in der NeuLand-Workshopküche weiter!

Ausreißer am Dom: Kardinalfehler – aber Tschö mit ö, Herr Meisner

Immer weiter geht die Reise unserer drei Ausreißer auf der Suche nach Grün durch die unendlichen Weiten der Kölner Grauwacke. Wie geht es Euch? Denkt Ihr an NeuLand in der Nacht? Geschenkt, Ihr habt Euch ja davongemacht. Und jetzt? Resigniert Ihr Drei und kehrt reumütig zu uns zurück? Wir waren neugierig und haben uns mit Antalya-Strand-Ein-Euro-Gucci-Brille und Plagiat-Bart herangewanzt, um ein Gespräch unserer kecken Pflanzkiste, unseres tumben Pflanzsacks und unseres Piraten zu belauschen. Schlechte Laune nach dem Desaster auf dem Breslauer Platz? Eines vorweg: Auf unserem Horchposten wurden wir gelinde gesagt mehr als überrascht. Denn der Freibeuter machte angesichts der Hüsjer bunt am Alder Maat auf Bildungsbürger: „Die steinernen Häuser schauten mich an, als wollten sie mir berichten Legenden aus altverschollener Zeit, der heil’gen Stadt Köllen Geschichten.“ In der Sprache der Halle des Volkes: Grün war da vor 200 Jahren nix, und das hat sich nicht geändert. Ist bis heutzutage wohl auch nicht gewollt. Aber: Der Pirat zitiert Heinrich Heine? Stadt Köln – Ein Minder-Märchen? Sei es drum. Weiter ging’s durch die Altstadt. Auf die Domplatte treiben ließen sich unsere Drei ohne Worte. Eigentlich war alles gesagt. Es war spät geworden.

Die große Kirche gegenüber von McDonals’s

Aber vor der großen Kirche schräg gegenüber von McDonald’s machte der Pirat erneut auf Heine: „Doch siehe dort im Mondenschein den kolossalen Gesellen, er ragt verteufelt schwarz empor, das ist der Dom von Köllen.“ Was war hier los? „Hier wächst noch nicht mal in den Ritzen zwischen Platten Löwenzahn. Und die Pilze vor dem Dom-Hotel sind auch nur aus Beton“, merkte die Kiste auf der Platte an. Der tumbe Sack war völlig überfordert, zitierte aber Heine  zu aller Überraschung: „Es gibt zwei Sorten Ratten, die hungrigen und die satten.“ Der Freibeuter war nicht zu bremsen. In einer überlebenswichtigen Erkenntnis endete mit Heine seine trennscharfe Analyse der Herrschaft von Meisner, Börschel, Bauwens-Adenauer: „Sie sangen das alte Entsagungslied, das Eiapopeia vom Himmel, womit man einlullt, wenn es greint, das Volk, den großen Lümmel. Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, ich kenn auch die Herren Verfasser. Ich weiß, sie tranken heimlich Wein, und predigten öffentlich Wasser.“ Wasser? Verdammt, Jungs, da war doch was“, rief der Freibeuter entsetzt: „Wasser, das haben wir ja total vergessen. Wir brauchen doch endlich Wasser!!!“

Springbrunnen? Kannste vergessen! Oder: Das Nachtschichtgesicht von Köln

Na, Ihr drei unermüdlichen Jäger und Sammler auf den Spuren des in dieser Stadt so spärlich sprießenden urbanen Grüns. Hallo wach, Ausreißer! Immer noch auf der Flitze, weil Ihr glaubt, in Köln gäbe es Ecken, die schöner grün sind als NeuLand? Aber bei der jüngsten August-Hitze wurde bei Euch da draußen das Wasser knapp, oder? Einmal untertauchen, das wär’s gewesen. Und dann habt Ihr an einen alten Ratsbeschluss gedacht und wolltet Euch in den jahrelang geplanten Springbrunnen auf dem neu gestalteten Breslauer Platz hinter dem Bahnhof retten. Springbrunnen? Könnt Ihr vergessen! Da seid Ihr übrigens nicht die ersten. Ging der Verwaltung genauso. Die hat auch nicht mehr daran gedacht.

Bohne im Pflanzsack vertrocknet

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Ganz allein in weitem Grau.

Das Ding soll aber irgendwann doch noch gebaut werden. Jedenfalls vielleicht, heißt es. Für Euch Ausreißer sicher zu spät. Und jetzt? Die Bohne im Pflanzsack vertrocknet. Und seitdem sie beim Anmarsch über die zu hoch stehenden Steinplattenkanten gestolpert ist, hat auch die Pflanzkiste nicht mehr alle Latten am Beet. Mensch Ausreißer, Euer Ausflug in die graue Wüste hinter dem Bahnhof steht wirklich unter einem schlechten Stern. Aber aufgepasst: „Hinter dem Bahnhof“ gibt es ja nicht mehr, sagte Baudezernent Franz-Josef Höing bei der Neueröffnung des Breslauer Platzes im März: „Es gibt jetzt nur noch zwei Vorderseiten.“ Die hintere von den beiden hat eine Lichtsäulenreihe, bei deren Anblick man spontan an nadellose Fichten denkt, die stehend im Waldsterben liegen. Und rechts davon eine monumentale, säulengetragene U-Bahn-Haltestelle, neben der die Akropolis aussähe wie die Mehrzweckhalle von Köln-Höhenhaus. Freibeuter, kecke Pflanzkiste und tumber Pflanzsack: Macht Euch vom Beton, Ihr Schlachtenbummler der menschenfreundlich-grünen Stadtgestaltung! Hinter diesem Bahnhof könnt Ihr keinen Blumentopf gewinnen. Aber eine Frage haben wir noch: Der Breslauer Platz beim Blauen Zelt mit Musicals wie „Die Schöne und das Biest“ soll das Antlitz unserer Stadt mitprägen? Mal ehrlich: Mit dem Gesicht sollte Köln nur noch Nachtschicht schieben.

Detroit, Paella, Villariba

Wieder mal ein NeuLand-Abend, wie er im Buche steht. Und am Ende waren alle  satt und schlauer. Doch der Reihe nach: Unsere ehemaligen Ex-Praktikantinnen Rosalie Nussbaum und Jutta Zingsheim waren in Detroit und haben sich dort in den überall sprießenden urbanen Gärten umgeschaut. Von ihrer Reise berichteten sie in der Halle des Volkes. Schon vorher hatten sich die Vegan-Köche Leif, Peter und René um unsere Riesenpfanne versammelt und eine erstklassige Paella gerührt. Die diente allen als Grundlage für das ein oder andere Kölsch.Und die Pfanne glänzte dank zahlreicher Helferinnen nach Gebrauch wie neu und wie in Villariba – wo Vorbilder auch Freunde sind. Der erste Spot war der beste.Seht selbst!

http://www.youtube.com/watch?v=B37JGubAcSU

Saatgut-Gewinnung im Gemeinschaftsgarten – eine besondere Herausforderung für die Rheinische Gartenarche

Im zweiten Gartenjahr steht bei uns weiterhin alles auf Wachstum. Insbesondere unsere Garteninfrastruktur ist kräftig gewachsen: Container, Bauwagen, Wasseranschluss, Abwasser und viele neue Pflanzkisten. Vieles ist dabei auch für uns technisches und organisatorisches Neuland – aber unsere Hardware macht große Fortschritte. Und auch die gärtnerische Software in Form der Wissensallmende erfährt gerade ein Update – Saatgut-Gewinnung 2.0. Als im Frühjahr zu Hause sämtliche Fensterbänke in Richtung Süden als Anzuchtflächen herhalten mussten, waren wir alle gespannt auf mehr als 40 unterschiedliche Tomaten-Sorten in unserem Jahr der Tomate.

Hoch binden, gut zureden

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Die hochberühmte Berner Rose

Nach Monaten des Hegens, Pflegens, Ausgeizen, Düngens, Hochbinden und Gutzuredens reifen nun Wildtomaten, Cocktailtomaten, Datteltomaten, länglich-ovale Tomaten, runde Tomaten, Fleischtomaten, Freilandtomaten, Stabtomaten und Buschtomaten aller Art in unseren Pflanzkisten. Jetzt heißt es für uns bereits das Gartenjahr 2014 vorbereiten und eigenes Saatgut gewinnen. Für uns wahres Neuland! Nicht zuletzt Gartenexpertin Dorothee Waechter gab uns beim Besuch mit dem Morgenmagazin in der letzten Woche noch mal wichtige Tipps zur Saatgutgewinnung bei Tomaten. Kurz zusammen gefasst: Samen samt Glibber aus der Tomate in ein Glas mit Wasser drücken, 2-4 Tage verschlossen gären lassen, dann 2-3 Wochen trocknen lassen – fertig. Nicht ganz einfach, doch im Gemeinschaftsgarten, wo viele Hände mitarbeiten und ernten, ist die größte Herausforderung erstmal ganz ausgereifte Früchte für die Saatgutgewinnung zubekommen. Da wir uns von einer totalen Überwachung unserer Tomätchen in Zusammenarbeit mit der NSA distanzieren (zumindest weiß Berlin von nix) markieren nun kleine, analoge Hinweiszettel an einzelnen Pflanzkisten unser Saatgut. Die Saatgutgewinnung erfolgt somit offline in Kooperation mit der Rheinischen Gartenarche (http://www.rheinischegartenarche.de/).

In Maßen pflücken, nicht in Massen

Geheimer Trumpf der Tomaten AG und Saatgutgewinner ist hierbei die Tomate „Green Doctors“. Eine herrliche süße, zartschmelzende, äußerst leckere Tomate, die wegen der dünnen Schale leicht aufplatzt. Letzteres nehmen wir bei diesem Geschmackserlebnis aber gerne in Kauf. Aber das Beste: die Tomate ist und bleibt grün – auch wenn sie reif ist. Zum Glück wussten das aber – bis jetzt – nur Insider und das erste Saatgut ist geerntet. Tomatenfreunde sind herzlich eingeladen einmal zur Kostprobe zu unseren Öffnungszeiten vorbeizukommen. Bitte pflückt dann aber in Maßen und nicht in Massen, denn der Anbau war zeit- und arbeitsintensiv und möglichst viele Gemeinschaftsgärtner sollen etwas von den Raritäten abbekommen. Bitte achtet bei Kostproben auf die kleinen Hinweisschildchen mit der Aufschrift „Bitte nicht ernten! NeuLand Saatgut“ und verschont unser Saatgut für ein erfolgreiches Gartenjahr 2014. Hilfreicher Link zum Thema Tomaten und Tomatensaatgutgewinung: http://region-hannover.bund.net/themen_und_projekte/nutzpflanzenvielfalt/tomaten_selber_anbauen/

Die nächste Stufe des körperlichen Seins – Göttin im NeuLand

Als guter Gastgeber hält man sich gern im Hintergrund und lässt lieber die Gäste gut aussehen. Wie neulich morgens um halb sechs. Da war das öffentlich-rechtliche Morgenmagazin (MoMa) von ARD und ZDF mit etlichen Mitarbeitern bei uns zu Besuch. Die haben wir selbstverständlich ganz groß rauskommen lassen. Und die WDR-Fernsehprofis vom Wallrafplatz haben die perfekten Motive, die wir ihnen so gerne wie großzügig überlassen haben, nach allen Regeln der Kunst in Szene gesetzt. Insgesamt sechs Mal haben sie während der Sendung aus dem NeuLand-Garten live für die Menschen von Flensburg bis Mittenwald gesendet. Gartenexpertin Dorothee Waechter gab den Zuschauern Tipps für die heimischen Balkon-Anpflanzungen. Und dann geschah das, was eigentlich immer geschieht. Der Geist unseres besonderen Ortes verändert die Menschen und lässt sich auch von Moderatorinnen nicht bange machen. Wie von Geisterhand auf die nächsthöhere Stufe des körperlichen Seins gehoben, posierte Pia Bierschbach vor laufenden Kameras plötzlich vierhändig wie die indische Göttin Lakshmi. Bei uns natürlich natürlich nicht mit Lotusblüten, sondern mit Gemüse. Da wollte auch niemand lange rumzicken, weil Aufnahmeleiter Dietmar Bartsch hinter Pia hockte und der Moderatorengöttin großzügig die Hände drei und vier unterschob. Denn wann gab es das zuletzt? Ein WDR-Aufnahmeleiter als integraler Bestandteil der göttlichen Idee. MoMa, Lakshmi und Tomaten: Schöner kann`s im Garten Eden auch nicht sein.

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