…Quatsch, aber irgendwie haben wir wettermäßig nicht das größte Glück bei unseren Fest-Tagen. Schon das Sommerfest mitten im Sommer und das Urban Gardening-Camp Ende August standen im Zeichen von ungemütlichen Regengüssen oder Dauerniesel und der Abkehr vom klassischen Wir Grillen im T-Shirt-Feeling. Unser Running Gag daher: sollten wir nochmal, so wie in dieser Saison mangels Wasseranschlüssen, unter H2O-Knappheit leiden – machen wir doch einfach eine Fete, dann regnet und stürmt es garantiert;-)
Umso erstaunlicher, dass sich dennoch jedes Mal , wenn wir einladen, ganz schön viel Volk bei uns einfindet: zum Arbeiten, zum Quatschen und Staunen, zum Sich Informieren, Essen, Musikhören oder über´s Wetter Lamentieren. Na klar war das auch letzten Samstag bei unserem bewusst von Improvisation gekennzeichneten Erntedankfest so: erst saß ein Grüppchen von acht Leuten unterm HalleDesVolkes-Dach bei Kuchen, Kaffee und schlussendlich sechs verschiedenen Kürbissuppen und plauderte. Dann wurden es nach und nach mehr Leute. Das beste Beispiel gaben die Kinder, denen das Wetter einfach pupsegal ist und die sich in Matsch und Pfützen labten und später mit Keks in der einen und Schüppchen in der anderen Hand zu den Königen der Kartoffelernte avancierten. Die Tomaten haben sich auch gefreut: während kurzer Regenpausen nutzten NeuLänderInnen die Zeit, um, da man keine langwierigeren Arbeiten zu beginnen wagte, braunfaules Gestrüpp aus den noch prall mit Früchten behangenen Tomatensträuchern zu entfernen. Ein Gast wollte unbedingt Erde schippen und karren und einen Beetkasten befüllen, andere pendelten samt Kind stundenlang in der Hollywoodschaukel. Sogar ein Feuerchen war drin, denn wir müssen nur lange genug feiern: dann muss auch der Regen mal verschnaufen!
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Dicken Respekt vor Euch, liebe rund 25 NeuLänderInnen und Neugierige, und vor allem vor Professor Jorge Peña Díaz: Die Umstände am Mittwoch, dem Abend, an dem es bei NeuLand um Kuba ging, waren alles andere als karibisch. Der kalte Oktoberregen prasselte auf unser Zelt, der Wind umtoste unsere Schnupfennasen, sogar der Generator gab zwischendurch den Geist auf.
Doch unser Gast aus Havanna ließ sich davon nicht beirren: Aus seinem eineinhalbstündigen Vortrag voller spannender Details zum Thema Stadtplanung in der baulich von zahlreichen historischen Phasen geprägten Hauptstadt Kubas konnten wir eine Menge mitnehmen.
Zum Beispiel, dass die geraden, langen Gemüsebeetlinien der Agricultura urbana y suburbana, der (vor)städtischen Landwirtschaft, in dem Moment entstanden, als Kuba nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion innerhalb von Monaten plötzlich ohne den Großteil seiner bisherigen Erdöl- und Produkteinfuhren auskommen musste. Dass die so genannten „Organopónicos“, die genossenschaftlich-kollektiv geführten Gemüsegärten, in allen Städten Kubas zu finden sind und inzwischen einen bedeutenden Anteil der in Kuba konsumierten Lebensmittel produzieren. Und dass die Not, Gemüse anzubauen, auch die Stadtplaner vor spannende Herausforderungen stellt – und Städte wie London und Köln von den Antworten aus Kuba inspirieren lassen. Gracias, Jorge!
Bis zum Muskelkater ackerten am Dienstag zehn Mitarbeiterinnen des TÜVs Rheinland auf NeuLand – im Rahmen eines Freiwilligentags ihres Unternehmens. Sie brachten Tennissand zwischen unseren Überseecontainern aus, bauten Pflanzkisten zusammen und karrten Erde heran, jäteten Beikräuter und drückten Saatgut aus Schoten und Sonnenblumenköpfen. Danke für Euren Einsatz, Mädels – Eure Arbeit kriegt unser Qualitätssiegel!
Und das nächste Mal dürfen gerne auch mal die TÜV-Männer zeigen, was in Ihnen steckt ;). Einer war auf jeden Fall da: Herr Kux, Experte in Sachen Arbeitssicherheit. Wir danken für die Schulung!
New York war auch mal Neuland, und so passt es prima, dass einer der drei Container, die wir seit gestern auf der Gartenfläche unser eigen nennen, von einer Firma auf Barbados mit Sitz in New York stammt. Weit gereist
und nun bei uns zu Hause, wird der Container, hoffentlich bald mit schönem Außenkleid aus Holz und Pflanzranken verziert, unsere Gartengeräte aufbewahren.
Der zweite Container kann ein Aufenthaltsraum werden, und zwischen beiden hat ein Dach Platz, so dass darunter ein Werkstattraum entstehend könnte. Fast wäre der Dritte im Bunde, der Sanitärcontainer, nicht gelandet, weil sein Fahrer am Lagerplatz Jack in the Box (Danke nochmal fürs Parken in Ehrenfeld!) niemanden antraf. Doch nachdem er um 7h in der Früh ein paar Leute geweckt hat, hat es doch noch geklappt;-).
Vortrag von Professor Jorge Peña Díaz, Universität Havanna
am Mittwoch, 3. Oktober 2012, 19 Uhr im NeuLand-Garten
In Havanna wird inzwischen ein Großteil der Nahrung innerhalb des Stadtgebiets angebaut – nach ökologischen Prinzipien und mit unterschiedlichen Wirtschaftsmodellen. Professor Peña Díaz von der Fakultät für Architektur, La Habana, berichtet über diese Entwicklung der Landwirtschaft in und am Rande kubanischer Städte und ihren Einfluss auf Stadtplanung und -gestaltung.
Es geht dabei auch um Fragen der Nachhaltigkeit und wie/ob sich das Beispiel Kuba auf andere Städte und Länder übertragen lässt.
Außerdem sollen aktuelle Maßnahmen aus Havanna vorgestellt werden, mit denen die urbane/suburbane Landwirtschaft in Stadt- und Landschaftsplanungsstrategien integriert wird.
Der Vortrag findet auf Englisch statt. Die Veranstaltung ist kostenlos. Teilnehmer sollten sich bitte warm anziehen, denn unser Kuppelzelt ist an einigen Seiten offen! Wir freuen uns über die Weiterverbreitung dieser Einladung an Eure Netzwerke.
Das Beispiel Andernach macht derzeit in Deutschland Furore: Eine Stadt öffnet ihre Flächen, pflanzt Obstbäume und Gemüsegärten für die Bürger an.
Warum geht Andernach diesen Weg?
Wie funktioniert die Essbare Stadt – und was haben die Bürger davon?
Und: Könnte auch Köln zur essbaren Stadt werden?
Lutz Kosack, einer der Initiatoren der Essbaren Stadt, und Umweltbeauftragter von Andernach, berichtet und diskutiert mit Euch.
Am Mittwoch, 26.9. um 19:30 Uhr auf NeuLand.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Architektur-Biennale Plan12.





