NeuLand Köln

Gemeinschaftsgarten im Kölner Süden

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Mitsprache beim Grüngürtel? Denkste! Wir Bürger müssen leider draußen bleiben

Das Plakat am Parkplatzzaun.

Alle, die uns kennen, wissen eins: Sprach- und Fassungslosigkeit gibt es auf NeuLand nicht. Jetzt ist es passiert. Binnen vier Wochen hat uns die Kölner Stadtverwaltung zweimal übel überrascht. Aber der Reihe nach.

Parkplatz steht Grüngürtel nicht im Weg?

Wir halten uns ja an die uralte Bauernregel „Gehe nicht zum Fürst, wenn Du nicht gerufen wirst“. Wir wurden gerufen. Und gingen. Ins Technische Rathaus. Dort erfuhren wir, dass aus unserer Idee vorerst nichts wird, am Bahndamm zwischen Bonner und Alteburger Straße einen grünen Pionierpfad als erste Anmutung eines Grüngürtels zu schaffen. Die Verwaltung will, so hieß es, ein Zwischennutzungskonzept schreiben. Darauf könnten wir uns mit unserer Pionierpfad-Idee bewerben. Eine Jury würde entscheiden. Am Jahresanfang richtete die Firma Ampido ohne Bewerbung auf das nicht vorhandene Konzept befristet einen Parkplatz am Bahndamm ein. Genehmigt, weil der Parkplatz den Grüngürtel-Zielen wegen der Befristung nicht entgegen stehe, so die Verwaltung. Dabei hätte man an genau dieser Stelle mit dem Pionierpfad schon morgen beginnen können. Ein amtlicher Vertreter teilte uns vor Publikum mit, dass unsere Pionierpfad-Idee auch daran scheitert, dass andere Grundstücke am Bahndamm „langfristig“ vermietet seien und ein Weg oder Pfad nicht von jetzt auf gleich möglich sei. Drei Tage nach dieser Auskunft hängte die Verwaltung Plakate an den Parkplatzzaun, auf denen man lesen konnte, ab 2018 würde ein grüner Pionierpfad eingerichtet. Von wem? Steht da nicht. Langfristige Mietverträge? Davon ist auf einmal keine Rede mehr.

Beteiligung heißt weiter diszipliniertes Zuhören

Der zweite Schlag traf uns noch härter. Der Landschafts-Architektenwettbewerb um die Gestaltung des Inneren Grüngürtels hat begonnen. Einmal haben wir nicht aufgepasst, und schon winkt der Rats-Ausschuss für Umwelt und Grün eine Vorlage durch, die die Bürger von der Entscheidungsfindung so weit wie möglich ausschließt. Die Vorlage im Wortlaut findet Ihr hier. Einer von uns hat das auf dem Internet-Portal „Meine Südstadt.de“ kommentierend erläutert. Nachlesen kann man das hier. Dem ist fast nichts hinzuzufügen. Bis auf eins: Etliche von uns haben zwei Jahre lang jede Bürgerbeteiligungs-Veranstaltung zur Entwicklung der Parkstadt-Süd besucht. Wir haben uns manchen Abend und einige Wochenenden um die Ohren geschlagen in der Hoffnung, es könnte in Köln zu einem beispielgegebenden konstruktiven Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern kommen. Das Gegenteil scheint der Fall. Beteiligung derer, die es angeht, heißt wie bisher: Diszipliniertes Zuhören. Aber nicht einmal das ist möglich. Eine Bürgerwerkstatt – albernes Wort, wenn man bedenkt, worum es geht – wird der Öffentlichkeit gewährt. Wir Bürger müssen leider draußen bleiben, wenn hinter verschlossenen Türen entschieden wird.

Acht Mitglieder haben sich eingetragen.

Die uns vertretenden Politiker nehmen an den Begleitgremiums-Sitzungen ausweislich früherer Anwesenheitslisten im Parkstadt-Süd-Verfahren nur sporadisch teil. Die interessierten Bürger dürfen nicht rein, deren Vertreter wollen anscheinend nicht. Übrigens nimmt ein Teil des Grüngürtels unabhängig von allen freiraumplanerischen Hütchenspielertricks unübersehbar Gestalt an. Der Grundstein für das Archiv im Grüngürtel am Eifelwall ist gelegt.

Der Beton ist schon da.

Sonnige Beetvergabe 2017: Herzlich willkommen auf NeuLand!

Am vergangenen Sonntag haben wir bei strahlendem Märzsonnenschein rund 80 Beete neu vergeben und rund 30 neue Gärtnerinnen und Gärtner bei NeuLand empfangen. Wir freuen uns , dass ihr von nun an dabei seid – und auf eure Ideen und Fragen, auf spannende Gespräche, entspannte Momente, leckere Kochaktionen, lehrreiche Workshops, blühende Pflanzkisten und vieles mehr in diesem Jahr! Die Nachzügler kriegen morgen ihre Beete – und dann sind wir vollständig für diese Saison. Mitmachen kann man übrigens immer auch ohne eigenes Beet – an den zahlreichen Allmendebeeten mit den grünen Schildern. Die sind für jeden zum Mitmachen und Ausprobieren da!

 

 

 

Mitmachen – Anmeldung für NeuLand-Gartensaison 2017 startet

Wer in der Gartensaison 2017 bei NeuLand Verantwortung für eine Beetinsel übernehmen und sich an Gemeinschaftsaktionen beteiligen möchte, kann sich bis zum 25. Februar voranmelden.

Wie es geht:
Du übernimmst eine „Beetinsel“ von 2 oder 4 Kisten.
Davon kannst Du maximal die Hälfte für Dich selbst bewirtschaften (sogenannte „Individualbeete“), die andere Hälfte pflegst Du federführend für die Gemeinschaft (sogenannte „Allmendebeete“).

Was es kostet:
Pro Individualbeet beteiligst Du Dich mit 24 Euro/Jahr (2 Euro/Monat) an den laufenden Kosten für den Neuland-Garten. Von diesem Geld bezahlt der Garten u.a. Saatgut und Werkzeug. Wir unterhalten davon z.B. auch die Wasserinfrastruktur und Toiletten.

Wie du dich anmeldest:
Bitte füll dafür unser Anmeldungsformular aus und überweise den Kostenbeitrag bis zum 25.2.2017 auf unser Vereinskonto. Sonntag, 12.3., 14-16:30 Uhr solltest du dir unbedingt freihalten – an diesem Tag findet die Einführungsveranstaltung und Beetvergabe für alle statt, die eine Beetinsel bekommen haben. Weitere Termine wird es nicht geben.

 

Vom grünen Bürgertraum zum Parkplatz Süd

Ein Parkplatz in der Parkstadt.

Können Gesichtszüge schneller entgleisen als unsere vor ein paar Tagen? Nein. Denn da, wo die NeuLänder gern eine Zeit lang ihre Kisten aufgestellt hätten, also zwischen Bahndamm und Koblenzer Straße, hat sich erstmal ein anderer Zwischennutzer angesiedelt und betreibt dort: Einen Parkplatz. Einen ausführlichen Bericht könnt Ihr hier lesen. Wir NeuLänder wollten dort eine Anmutung von Grüngürtel schaffen und soziales Grün für alle Kölner schon jetzt erlebbar machen. Statt dessen also bis auf weiteres: Parkplätze statt Grüngürtel.

Neuen Stadtteil vom Grün aus entwickeln
Uns und anderen Initiativen hat man gesagt, wir sollten warten, bis dass die Verwaltung ein „Zwischennutzungskonzept“ geschrieben hat. Das soll im Laufe des ersten Halbjahres 2017 passieren. Dann könnten wir uns für eine Fläche zur Zwischennutzung im Sanierungsgebiet Parkstadt Süd bewerben. Eine Jury soll entscheiden, wer zum Zuge kommt. Für die Parkplatzbetreiber gelten diese Regeln augenscheinlich nicht. Die nutzen schon jetzt. Mit Pfosten, Flatterband und eigenem Konzept. In der Regel ist es übrigens so, dass mehr Parkplätze nicht den Parkdruck aus dem Viertel nehmen. Es kommen nur mehr Autos.

Mit den Bürgern oder mit den Schwergewichten?
Tief sitzt die Angst in der Verwaltung, im Sanierungsgebiet könnten Zwischennutzer etwas aufbauen, das den Kölnern so gut gefällt, dass sie es an dieser Stelle behalten möchten. Nur damit das nicht in Vergessenheit gerät: Beim Bürgerbeteiligungsverfahren wurde vereinbart, den neuen Stadtteil Parkstadt Süd vom Grün aus zu entwickeln. Jetzt hat die Verwaltung die Hosen runtergelassen und angesichts dessen, was da zum Vorschein kommt, entgleisen unsere Gesichtszüge abermals: Haben die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung es auch so gemeint, als sie verlautbarten, die Parkstadt Süd werde nachhaltig und gemeinsam mit den Bürgern gestaltet? Will die Stadt das wirklich? Oder doch lieber im stillen Kämmerchen mit privatwirtschaftlichen Akteuren und öffentlichen Schwergewichten wie der Uni und Fortuna Köln den Stadtteil entwickeln? Wird die Jury, die über Zwischennutzungen befindet, öffentlich tagen? Wir haben kein gutes Gefühl.

Schlag ins Gesicht
NeuLand-Fazit: Der Parkplatz ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die zwischen Bonner Straße und Alteburger Straße einen grünen Pionierpfad schaffen wollten. Da versuchen öffentliche Institutionen während zahlreicher Bürgerbeteiligungsveranstaltungen Vertrauen zu gewinnen. Und zerstören es umgehend wieder. Ohne Not.

Mehr Vielfalt ins Grün: Netzwerk „Gemeinschaftsgärten Köln“ gegründet

„Gemeinschaftsgärten Köln“ ist das neue Netzwerk der urbanen Gartenbewegung in Köln. Fünf Gemeinschaftsgärten haben sich unter dem Motto „Mehr Vielfalt ins Grün“ zusammengeschlossen, um auf der Grundlage des “Urban Gardening Manifests”  von 2014  ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Dem Netzwerk können sich weitere Gartengemeinschaften und Kleingartenvereine anschließen.

Erfolgreiche Zusammenarbeit seit 2011

Seit Jahren engagieren sich Kölner Gemeinschaftsgärten mit unterschiedlichen Schwerpunkten für Umweltbildung, Klima- und Umweltschutz, Biodiversität und Nachhaltigkeit. Mit ihrem Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit, Flüchtlingshilfe und partizipativen Stadtentwicklung sehen sie sich in der Tradition des Kölner Parkschöpfers Fritz Encke als Orte des „sozialen Grüns“.

Im Ausschuss “Urbane Landwirtschaft und Essbare Stadt“ des “Ernährungsrats für Köln und Umgebung“ entwickeln sie im Dialog mit dem Grünflächenamt und anderen Partnern ein Konzept für Essbare Stadt, Ernährungssouveränität und regionale Nahrungsmittelproduktion.

Das von den Gemeinschaftsgärten initiierte Saatgut-Festival – veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Erhaltung der Nutzplanzenvielfalt (VEN) und der Volkshochschule – wurde mit Platz 1 des Umweltschutzpreises der Stadt Köln 2016 ausgezeichnet. Es findet am 4. März zum zweiten Mal statt.

Nachhaltigkeit in Köln: Initiativen müssen gestärkt werden

Die Mitglieder des Netzwerkes möchten darauf hinwirken, bürgernahe Grünkonzepte in Köln besser zu integrieren. Unter anderem setzen sie sich für den Schutz bestehender und die Förderung neuer Gärten ein. Urbane Gemeinschaftsgärten tragen dazu bei, dass Köln die globalen Klimaschutzziele erreicht und Anschluss an das internationale Niveau grüner Stadtentwicklung findet, wie es in anderen deutschen Städten wie Berlin und Hamburg bereits auf den Weg gebracht wurde.

Als verbesserungswürdig sehen die Netzwerkmitglieder in diesem Licht auch das „Ganzheitliche Umweltbildungskonzept“ (UBK), das der Ausschuss Umwelt und Grün des Kölner Rats am 2. Februar diskutieren soll. Das von der Stadt vorgelegte Konzept zeigt aus Sicht des Netzwerks zwar gut, dass Köln mehr Umweltbildung braucht und dass eine bessere Koordination dringend notwendig ist. Auch der empfohlene Fördertopf von 50.000 Euro für Kölner Initiativen ist zu begrüßen. Während die Stadt jedoch den eigenen Bedarf klar bemisst, lässt das Konzept eine gründliche Auseinandersetzung mit den Initiativen vermissen.

Engeren Dialog gefordert

Allein die Gemeinschaftsgärten haben in den vergangenen Jahren tausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Workshops, Veranstaltungen, Gartenclubs und bei Mitmachangeboten weitergebildet. Sie haben kostenfreie Naturerlebnisorte mitten in der Stadt aufgebaut. Diese Entwicklung spiegelt das UBK nach Meinung des Netzwerkes nicht wieder. Auch der derzeitige Bedarf zahlreicher Initiativen, etwa an logistischer Unterstützung und Flächen, wird nicht reflektiert.

Das UBK sollte deshalb aus Sicht der „Gemeinschaftsgärten Köln“ um konkrete Ideen ergänzt werden, wie Initiativen gestärkt werden können. Dazu ist ein enger Dialog zwischen Stadt und Zivilgesellschaft erforderlich, wie er auch in anderen deutschen Städten, etwa in Nürnberg, geführt wird.

“In Metropolen wie New York, Paris oder Toronto ist klar, was die Stadt leistet und was die Initiativen beitragen. Ein solcher verlässlicher Rahmen sollte auch ein Ziel für Köln sein“, sagt Eike Wulfmeyer vom Campusgarten der Universität zu Köln.

“Wir wünschen uns, dass die Stadt die Leistungen und Potenziale der Initiativen anerkennt und uns mit ins Boot holt“, sagt Dorothea Hohengarten vom Kölner NeuLand e.V.. „Wir sind da, wir bieten Kompetenzen und Vernetzung an, und wir wollen mitgestalten“.
Die Gründungsmitglieder von GEMEINSCHAFTSGÄRTEN KÖLN – MEHR VIELFALT INS GRÜN sind:

Kölner Neuland e.V.
VHS Biogarten Thurner Hof
Gartenwerkstadt Ehrenfeld e.V.
Campusgarten der Universität zu Köln
Pflanzstelle Kalk / Grenzenlos Gärten e.V.

Einen persönlichen Ansprechpartner des Netzwerkes stellt im halbjährlichen Wechsel jeweils ein Gemeinschaftsgarten, beginnend mit dem Kölner Neuland e. V.

Website mit weiteren Infos: www.gemeinschaftsgaerten-koeln.de

 

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