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Auf NeuLand ging heute Mittag das erste bundesweite Vernetzungstreffen der Urban Gardening Initiativen zu Ende.
Es war toll, euch alle kennenzulernen und wiederzusehen – vom Tatengarten Wiesbaden über das Allmendekontor Berlin, vom UFER e.V. Dresden bis zur Schwarmfarm Karlsruhe. Mit dabei waren o’pflanzt is aus München, die hoffentlich bald entstehenden Adalbertsgärten Aachen, Amarylis aus Bonn, Linda aus Prag, und viele, viele mehr, die ihr in Kürze bei uns auf „Links und Infos“ finden werdet. Wir durften u.a. lernen, wie man selbstbewässernde Pflanzkisten baut, wie man das Weitergeben von Garten-Wissen organisieren kann, wie Valentin Thurns neue Foodsharing-App funktioniert, wie man einen Garten interaktiv vernetzen und kartografieren kann, wie das „Kartoffelkombinat“ solidarische Bio-Landwirtschaft in München praktiziert.
Am Freitagabend zeigten wir vor über 100 Menschen Open Air den Dokumentarfilm „Taste the Waste“, am Samstagabend brachte uns Daan mit einer Cowboy-Jonglage zum Lachen und Janice mit einer Feuernummer zum Staunen, und die Kinder und Jugendlichen der Trommler-Combo „TambaBo“ rissen uns mit ihrer tollen Stimmung mit.
Und zwischendrin und drumherum: Immer wieder spannende Gespräche über alle Themen, die mit Urban Gardening zu tun haben. Das Vernetzungcamp war ein großer Erfolg – vielen Dank an alle Teilnehmer, an die Anstifung&Ertomis und alle NeuLänder fürs Mitmachen und Organisieren. Die Workshop-Inhalte und Ergebnisse sollen noch in dieser Woche online gehen.
Und einen ganz herzlichen Dank an den Alnatura Markt in Köln-Bayenthal und die Central Krankenversicherung am Hansaring: Alnatura untertützte das Urban Gardening Sommercamp 2012 mit einer großen Spende aus Bio-Lebensmitteln und -getränken, die Central spendete uns (dauerhaft) das 9×9-Meter-Zelt, in dem zahlreichen Aktivitäten stattfanden.
Ihr findet Presseberichte über das Camp z.B. auf WDR.de und MeineSüdstadt.
Diese Projekte haben am Sommercamp 2012 teilgenommen:
Adalbertsgärten, Aachen
Allmende-Kontor, Berlin-Tempelhofer Feld
Annalinde Leipzig
Bluepingu e.V., Nürnberg
Bunkergarten Köln
Bürgergarten Laskerwiese, Berlin-Friedrichshain
Gemeinschaftsgarten o’pflanzt is, München
Gemeinschaftsgarten Bonn
Gemeinschaftsgarten Grüner Weg Köln-Ehrenfeld
Gemeinschaftsgarten Himmelbeet Berlin-Wedding
Gemeinschaftsgarten Bremen
Internationale Garten Göttingen
Interkultureller Garten Neubrandenburg
Interkultureller Garten Wuhlegarten Berlin-Köpenick
Internationale Stadtteilgärten Hannover
Kiezgarten Berlin-Prenzlauer Berg
Kokopelli-Garten, Bielefeld
Küchen Gärten Limmer, Hannover
Margarethen-Garten Mönchengladbach
NeuLand Köln
Nachbarschaftsgärten Hannover-Linden
Pflanzstelle Köln-Kalk
Postkult Halle
Prinzessinnengarten, Berlin-Kreuzberg
Querwaldein Köln
Schwarmfarm Karlsruhe
Tatengarten Wiesbaden
UFER-Garten Dresden
Urbane Gärten Freiburg
UtopiaStadtgarten Wuppertal
Wandelgarten Wuppertal
In unmittelbarer Nachbarschaft zum NeuLand-Garten schaffen Bauarbeiter derzeit Tatsachen: Die beiden Gebäude an der Alteburger Straße, in denen einst der Werkzeughändler Lingemann, der Tierfutterhersteller Royal Canin und zahlreiche Bewohner residierten, werden abgerissen. Unnötig, noch zu erwähnen, dass hier Wohnraum über Jahre sehenden Auges vernichtet wurde, indem man ihn einfach leerstehen und verfallen ließ… Im Garten wurde gestern unterdessen fleißig Erde gemischt und gemulcht, damit wir mit dem wenigen Wasser noch sparsamer haushalten können!
Höher, schneller, weiter ist ja derzeit das Motto der Körperkraft-Gala in London. Da wollen die Neulandgärtner natürlich nicht nachstehen. Mit zwei 1000-Liter-Tanks auf unserem Container haben wir jedenfalls deutlich sichtbar an Höhe gewonnen. Dabei handelte es sich um ein klassisches Männerprojekt, bei dem sich die Frage nach dem Warum frühestens im Nachhinein stellt. Wenn überhaupt. Der Einsatz von Muskelkraft war jedenfalls für alle Beteiligten mehr als beeindruckend. Aber die Warum-Frage wird ja beantwortet. Wenn die Tanks mit Wasser gefüllt sind, das wir aus der Bolder-Regenrinne gewinnen, haben wir mehr Druck auf der Leitung als das Bahnhofsklo von Bad Lippspringe. Höhe gewinnen wir auch am Zaun an der Schönhauser Straße. Dort hat unser Grundstückseigentümer, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW, grob geschätzte 50 Lkw-Ladungen mit Steinen durchsetztem Mutterboden abladen und planieren lassen. Wir haben die mit rund zwei Metern höchste Erhebung von Bayenthal nach dem Leiter des Kölner BLB-Büros provisorisch „Mount Gersmann“ genannt, sind aber offen für bessere Vorschläge. Im Rahmen der Erdbewegungen wurde das Loch am Zaun zur Koblenzer Straße immerhin zur Hälfte verfüllt. Wir sind von der Sinnhaftigkeit der Aufschüttungen, wie bei allem, was der BLB tut, restlos überzeugt und informieren über die Gründe, wenn es sie denn gibt und sie jemand kennt.
Während gestern einige NeuLänder mit Restkunst in den Gemeinschaftsgarten zogen, machten andere NeuLänder eine weitere Idee zu strahlender Wirklichkeit.
Roman und David, zwei Studenten der Köln International School of Design am Ubierring, haben im Rahmen eines Urban Gardening Projekts gemeinsam mit anderen Studenten aus Paletten Pflanz- und Sitzkästen gebaut und mit Douglasien-Leisten einen Plan umgesetzt, der schon bei Ideenworkshop im September entstanden ist: Den Bau eines geodätischen Doms, eines Gewächshauses nach Buckminster Fuller.
In wochenlanger, komplizierter Arbeit haben sie bei Stadtwaldholz gesägt, gebaut, gebastelt. Hier könnt ihr sehen, was daraus wurde – zu bestaunen ab sofort im Innenhof der KISD am Ubierring.





